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Informationen aus einem Artikel von H. Wormer in der Süddeutschen Zeitung (54. Jahrgang, Nr. 94, 24. April 1998, Seite 1). Zitiert aus Erfahrungsheilkunde für die ärztliche Praxis, Band 47, 7/1998
Tödliche Nebenwirkungen von Arzneimitteln rangieren nach einer Studie der Universität Toronto direkt nach Herz-Kreislauf-Erkankungen, Krebs und Schlaganfall an vierter Stelle der Todesursachen in den USA.
Danach starben 1994 in den USA etwa 106.000 Menschen an Nebenwirkungen wissenschaftlich geprüfter Medikamente.
Die meisten der erfaßten Patienten starben, obwohl die Arzneien korrekt verordnet worden waren.
Karl-Heinz Munter von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft kommentiert: "Übertrage man die Resultate auf Deutschland, würden hierzulande etwa 2.500 Patienten (jährlich) an Nebenwirkungen von Medikamenten sterben." Derzeit gehe man in Deutschland, hochgerechnet nach einer kleineren Studie in Bremen, von 8.000 Toten und 50.000 bis 100.000 schweren Erkrankungen durch Nebenwirkungen aus.
Bei der Prüfung von Arzneien auf Nebenwirkungen durch die Pharmaindustrie gibt es offenbar Lücken. Munter: "Die eigentliche Testung erfolgt erst, wenn ein Mittel bereits auf dem Markt ist."
Von wissenschaftlich fundierten Anwendungsbeobachtungen, wie sie das Arzneimittelgesetz ansatzweise vorsieht, kann bisher keine Rede sein.
Zudem scheuen sich offenbar viele Kliniken und Ärzte, Nebenwirkungen zu melden, wie die kanadischen Forscher ergänzen. |
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